1850  Am 16.1. wird die erste Konzession für einen Glaser erteilt. J.H.C. Pfensig wird als Land- Glasermeister auch in Israelsdorf und Gothmund tätig. 1851  Am 20.3. bekommt ein Schlutuper Netzhändler die Konzession, in seinem Haus eine kleine Heringsräucherei zu betreiben (jährliche Abgabe: 6 Mark an die Stadt). 1854 Am 25.7. erhält J.H. Schröder die Konzession, sich als Böttcher im Ort nieder zu lassen. 1865 Der Senat lehnt Travemünder Anträge ab, die darauf abzielen, dass die Travemünder wie die Schlutuper in bestimmten Revieren mit kleinen Waden fischen können. Am 7.7. werden 5 Fischerhäuser und einige Arbeiterwohnstätten ein Raub der Flammen. Den Betroffenen wird durch eine öffentliche Sammlung geholfen. 1869 Als erster größerer Fischverarbeitungsbetrieb wird die Firma Jürgen Peter Bade gegründet. Nach eigenen Angaben zählt der Betrieb kurz vor dem ersten Weltkrieg: 30 Räucheröfen, 40 Bratöfen und ca. 100 Mitarbeiter. 1870 Die Fischkonservenfabrik und Seefischräucherei Hans Peter Niemann wird gegründet. 1911 verarbeitet die Firma bis zu 700 Zentner Heringe täglich mit ca. 160 Mitarbeitern. Am 13.6. wird erstmalig ein allgemeiner Jahrmarkt abgehalten (bis 1906). 1872 Die Zahl der in der Fischerei Beschäftigten wird vom Stadt- und Landamt ermittelt: 42 Fischer und ebenso viele Gehilfen  -  42 kleine und 12 große Kähne Gefischt wird auf Hering, Breitling, Butt, Dorsch, Aal, Barsch, Lachs. 1873 Im November richten 14 Hausbesitzer der Straße "Hintern Höfen" eine Wasserpumpe ein. 1874 Im September wird der Schlutuper Gesangverein gegründet. 1877 Familie Böge gründet auf dem Wassermühlengelände die "Schlutuper Dampfsägerei (später Kistenfabrik). Die Firma bleibt bis zum Erlöschen im Oktober 1959 mit dem Namen Böge verknüpft. Am 16.6. erhält die Poststation einen Telegraphenanschluß. 1878 Die Schlutuper Fischindustie blüht auf: Gründung der Räucherei und Braterei J.Niset (bis 1970) Gründung Fischverarbeitungsbetrieb Heinrich Bade & Co Gründung der Firma Fritz Steffen (als Markenzeichen einen Anker) 1879 Am 6.11. wird der Gemeinde der Bau eines Armen-Wohnhauses genehmigt. 1880 Im Ort gibt es 16 Räuchereien; sie verbrauchen jährlich (Mark): Salz (8.000),  Holz (20.000),  Kisten (30.000),  Papier (10.000) Das Buchenholz zum Räuchern kommt vorwiegend aus dem Lauenburgischen. 1881 Am 9.1. wird die "Schweinegilde zu Schlutup" als Versicherungsverein für nicht Gewerbliche gegründet (existierte bis 20.1.1967). Am 1.10. wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. [... mehr] 1882 Die Grundhäuern in Schlutup wurden mit 33 1/3-fachem Betrag abgelöst. Das Post- und Telegraphenamt bearbeitet jährlich:  über 52.000 Eingänge  und fast 97.000 Ausgänge. Die Räuchereien versenden ihre Waren weitgehend mit der Post. 1884 Am 17.4. erhält der Räucherer Franz H. Westphal die Konzession zum Betrieb eines Gasthauses nebst Tanzsalons (1890 ist eine Kegelbahn verzeichnet, und 1894 als Gasthaus "Zur Post benannt). Das Hauptgebäude beherbergt seit den 1870er Jahren die Post- und Telegraphenstation (die Postsendungen wurden bisher vom jeweiligen Betreiber der Papiermühle angenommen). 1886 Küster- und Schulhaus geht in Eigentum des Staates über. Der Lehrer darf weiter das Organisten- und Küsteramt (für 75 Mark jährlich) ausüben. Die Lübecker Wasserbehörde errichtet eine Dampfer-Anlegebrücke (vorrangig zum Löschen der Fischdampfer). Die Firma Groth & H.P. Westphal Fischräucherei, Heringsbraterei und Marinieranstalt nimmt ihren Betrieb auf. 1899 / 1900 trennen sich die Firmen: Joachim Groth, Schutzmarke "Sturmvogel", muss 1951 Konkurs anmelden. H.P. Westphal & Sohn, Schutzmarke "Weltkrone", stellt 1953 den Betrieb ein. Am 29.7. gründet Wilhelm Bade ein Fischräucherei (1919 übernimmt Albert Holst das Unternehmen, nach Betriebserweiterung als "Tiptop Fischwerke Albert Holst GmbH & Co.KG" bekannt). 1890 Am 21.6. erklärt der  4. Zivilsenat des Reichsgerichtes im Grenzstreit Mecklenburgs und Lübecks ein Urteil , dass die Hoheitsrechte über den Dassower See, die Pötenitzer Wiek, die Schlutuper Travebucht bis zur Mündung einschließlich des Überschwemmungsgebietes der Stadt Lübeck zustehen. 1891 Am 13.9. wird der "Kriegerverein Schlutup und Umgebung" als Verein anerkannt. 1892 Die Gebrüder Robra betreiben eine kleine Ziegelei. 1894 Auf Bitten der Fabrikbesitzer beginnt die Pflasterung der Straße "Hintern Höfen" und im September Ausbau einiger Ortsstraßen,. Am 27.9. gesellt sich zu den Betrieben und Zubringerbetrieben für die Fischindustrie die "Chemische Fabrik Schlutup", gegr. von Dr. M. Stern, die Fischmehl und Tran herstellte (Konkurs erfolgte 16.10.1931). 1895 Die Dampferanlegebrücke (von 1889) wird durch eine größere T-förmige Holzkonstruktion ersetzt (anlegende Schiffe ragen in das Fahrwasser hinein). Die Gemeinde errichtet 400 m traveaufwärts von der Dampferanlegebrücke die erste Badestelle (Herbststürme und winterliches Eis setzen der Holzkonstruktion regelmäßig zu, so dass 1907, 1914 und 1925 Verlegungen der Badestelle nötig werden). 1896 In Schlutup beginnt das Telefonzeitalter; den ersten Fernsprechanschluß erhält die Firma Fritz Steffen Am 11.5. erfolgte nach dem reichsgerichtlichen Entscheid über die lübsche Hoheit (1890) die Regelung der gewerblichen Fischereiverhältnisse. 4 Fischergenossenschaften wurden gebildet 1. Stadtfischer (6), Gothmunder (18), Schlutuper (42) 2. Wakenitzfischer, bisher zu Stadtfischern gehörend (10) 3. Innung der Travemünder Fischer (41) 4. Dassower und Volkstorfer Fischer (18) Die gewerbliche Ausübung des staatlichen Fischereiregals geschah fortan durch diese 4 Genossenschaften. Die Gewässer wurden in Bezirke eingeteilt. Bewirtschaftungsordnungen wurden erlassen. Die Schlutuper Erblichkeit der Fischereigerechtigkeit wurde durch Zahlung von 60 Mark abgelöst. 1897 Am 3.7. findet die erste Sitzung des Vorstandes der Fischereigenossenschaft der Gothmunder und Schlutuper Fischer statt. Im September wird dem Stadt- und Landamt gemeldet, der Fährbetrieb zwischen Schlutup und Herrenwyk  sei "eingegangen". Es gibt jedoch einen Vertrag zur Führung eines Fährgeschäfts mit einem Ruderboot (1905 steigt das Interesse an einer Fährvervindung nach Inbetriebnahme des Hochofenwerkes, eine Fähre wird vom Wasser- und Hafenbauamt betrieben bis 1959, die Stadtwerke übernehmen bis zur endgültigen Einstellung die Regie). 1899 Im Wesloer Moor wird eine Leiche gefunden. Zwischen der Stadt und der Gemeinde entbrennt ein Streit über die Zahlung der Beerdigungskosten von 12,15 Mark. Es erfolgt die Neuordnung der kirchl. Abgaben und Gebühren im Schlutuper Kirchspiel. Der 1823 an die Schlutuper Kirche gegebene Marschallzug wurde mit 110 Mark jährlich, 20 Jahre lang, aus Staatsmitteln abgegolten, weil nach der Neuordnung der Fischereiverhältnisse diese Züge nicht mehr durchführbar waren. In der neugeschaffenen kirchl. Gebührenordnung zahlten: 1. Räucherer, Fabrikanten, Kaufleute, Händler und Fuhrleute: von 3 bis 30 Mark 2. Beamte, Wirte, Rentner, Landbesitzer: von 2 bis 20 Mark 3. Fischer: 4 Mark 4. Arbeiter, Fischereigehilfen, Handwerksgesellen: 2 Mark 5. Dienstbotengelder Es wurden aufgehoben das Fischwadengeld, Vitelgeld, Opfergeld, Beichtgeld, Eierlieferungen, Hausgeld. Die bisher zuständigen 4 freien Fischereigräber wurden gebührenpflichtig in Erbbegräbnisse umgewandelt. Am 19.8. wird der Schlutuper Fischerverein gegründet. Am 29.11. trifft die obrigkeitliche Billigung des Schlutuper Eisenbahnbau-Projektes ein.
Seniorentreff Schlutup
SCHLUTUP-CHRONIK:  Hier schreibt ein Ort Geschichte