1925 Die Fischkonservenfabrik Wilhelm Krakow wird unter dem Markenzeichen "Leckermäulchen" gegründet (Konkurs 1973 mit etwa 200 Arbeitsplätzen). 1926 Die Kaimauer wird um 80 m verlängert und die Zufahrt gepflastert. Die Fischindustrie erbaut aus eigenen Mitteln einen Schuppen zum Löschen der Fischdampfer. Am 12.9. wird am Kranzberg das Ehrenmal für die Gefallenen der 1. Weltkrieges eingeweiht. 1927 Räuchereibesitzer vergeben das Fisch-Schneiden als Heimarbeit. Da diese Arbeit neben Schweinen im Stall oder schmutzigen Waschküchen verrichtet wurde, ergeht eine Beschwerde beim Gesundheitsamt. Die Polizei bestätigt den Sachverhalt, doch der Gewerberat schreitet nicht ein. 1928 Eine elektrisch betriebene Feuermeldeanlage mit 3 öffentlichen Straßenfeuermeldern wird in Betrieb genommen. Eine selbständige Zollstelle mit 4 Beamten wird im Untertravebereich eingerichtet. Rund 50 Schlutuper Betriebe verarbeiteten 25 Millionen Pfund Heringe im Werte von ca. 3,5 Millionen Mark. Schlutup hat seinen ersten Umweltskandal; die Fischmehlfabrik (1894 gegründet) hat verbotenerweise hochgiftige Abfälle auf Schlutups Schuttkuhle verbracht. Der Turn- und Sportverein zählt derzeit 170 Mitglieder, darunter 22 Jugendliche. 1929 weiterer Ausbau des Fischereihafens Am 13.4. wird Schlutup an das Lübecker Fernsprechnetz angeschlossen, dadurch wird erstmals der Selbstwählbetrieb möglich. 1931 Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichtes in Berufung gegen das Urteil der II. Zivilkammer des Landgerichts Lübeck vom 17.3.1919: 5 Schlutuper Fischer klagten gegen Oldenburger Fischer aufgrund eines Vorfalles von 1912, wegen Fischereirechte der oldenburgischen Fischer in der Neustädter Bucht. 1933 Es gibt 37 Fischer im Ort. Die meisten von ihnen betreiben eine Kleinfischerei. Nur jeder dritte Fischer verfügt über ein Motorgetriebenes Boot. Auf einem Areal im Wesloer Forst entstehen in den folgenden Jahren die Waffen- und Munitionswerdeke (1948 gehen die DWM in die Industriewerke Karlsruhe über). Ganz in der Nähe breitet sich ein weiterer Rüstungsbetrieb aus, die Maschinen für Massenverpackung GmbH (IWK). Beide Rüsctungsbetriebe sind durch Gras- und Baumbewuchs getarnt und werden während des Krieges von den Alliierten nicht entdeckt. 1939 In mehr als 100 Einzelgebäuden der Deutschen Waffen- und Munitionswerke sind mehr als 2600 Mitarbeiter beschäftigt. Im Siedlungsgebiet von Schlutup werden derzeit 183 Häuser gezählt mit 1034 Einwohnern. 1941 Die Schlutuper Fischindustrie zählt auf ihrem Höhepunkt 8 Großbetriebe, 12 Mittelbetriebe und 18 Kleinbetriebe. Sie verarbeiten in 300 Räucheröfen und 600 Bratherden jährlich ca. 35 Millionen kg Hering, der überwiegend aus Schweden angeliefert wird. 10 Schutzmarken sind eingetragen. 75% der deutschen Bratheringskonserven kommen aus Schlutup. 1945 Etwa 10 Baracken (Travelager) werden an der Mecklenburger Straße errichtet, die den einsetzenden Flüchtlingsstrom aufnehmen sollen. Weitere Flüchtlinge werden auch in dem Getreidesilo der Firma Brüggen unter menschenunwürdigen Zuständen untergebracht. Durch die Zonengrenzziehung gehen der Schlutuper Fischindustrie Hauptabsatzgebiete im Osten verloren. Der kleine Fischverarbeitungsbetrieb Gerhard Czieslick mit dem Markenzeichen "Meeressegen" wird gegründet (1973 stellt der Inhaber die Produktion aus Altersgründen ein). Am 28.10. wird auf eine britische Militärstreife ein bewaffneter Überfall verübt. Nach einer daraufhin verschärften Ausgangssperre dürfen die Schlutuper ihre Wohnungen eine Woche lang nur in der Zeit von 10 bis 13 Uhr verlassen. 1947 Es werden bereits wieder 18 000 t Heringe in der Schlutuper Fischindustrie verarbeitet. Wert ca. 14,5 Millionen RM. In das Wasserbuch sind 20 Schlutuper Fischer Rechte eingetragen. Die Schlutuper Fischer halten zum ersten Mal nach dem Krieg ihren traditionellen jährlich stattfindenden Krugtag ab. [...mehr] 1948 Die Schlutuper Fischindustrie verarbeitet  derzeit 22 400 t Rohware. Im Industriegelände entsteht die erste private Schule in der Bundesrepublik zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses, die Physikalisch-Technische Lehranstalt (bis 1962). Die Lackfabrik Werner Struck etabliert sich in Schlutup (bis 1992). 1949 Schlutup bekommt ein erstes Kino, die Filmbühne Lübeck-Schlutup (bis 1961).
Seniorentreff Schlutup
SCHLUTUP-CHRONIK:  Hier schreibt ein Ort Geschichte